Ratgeber · Terminbuchung

Online-Terminbuchung für Arztpraxen: Anbieter im Überblick.

Eine Online-Terminbuchung für Arztpraxen bedeutet immer, einen fremden Dienst in die eigene Website einzubinden. Wir ordnen Doctolib, Samedi, Dr. Flex, jameda und die übrigen gängigen Anbieter ein, zeigen, wie die Einbindung technisch funktioniert, und was danach an Pflege bleibt. Das ist eine Orientierung aus unserer Projektpraxis, keine Rechtsberatung.

Ausgangslage

Warum das Thema zählt.

Fast jede Arztpraxis bekommt früher oder später die Frage gestellt, ob Patienten online einen Termin buchen können sollen. Drei Gründe, warum die Antwort auf die Frage nach einer Online-Terminbuchung nicht trivial ist.

01

Das Telefon klingelt für Termine, die online laufen könnten

Ein sichtbarer Terminweg auf der Website nimmt dem Empfang einen Teil der immer gleichen Anrufe ab.

02

Ein Tool ohne Anbindung an die Praxissoftware erzeugt Doppelarbeit

Wer online gebuchte Termine von Hand in den echten Kalender überträgt, hat zwei Systeme statt eines.

03

Nicht jeder Termin gehört online

Manche Leistungen brauchen ein Vorgespräch. Ein gutes Anfrageformular bringt in diesen Fällen oft mehr als eine Buchungslösung, die niemand pflegt.

Anbieter

Anbieter für die Online-Terminbuchung im Vergleich.

Sechs Anbieter für die Online-Terminvergabe kommen in deutschen Arztpraxen regelmäßig vor. Sie unterscheiden sich vor allem darin, ob sie sich in die eigene Website einbetten lassen oder auf eine fremde Seite verweisen, und wie tief sie an die Praxissoftware angebunden sind.

AnbieterKernfunktionEinbindung auf der WebsiteAnbindung PraxissoftwareBesonderheit
DoctolibTerminbuchung, Videosprechstunde, Patientenportalverweist auf eine externe Doctolib-Seiteja, herstellerabhängignach Anbieterangabe größte Reichweite
SamediTerminmanagement, umfangreich konfigurierbareinbettbarüber 40 Schnittstellen zu PraxisverwaltungssystemenServerstandort Deutschland
Dr. Flexschlanke Terminbuchungvollständig einbettbar23 Schnittstellenmonatlich kündbar
jamedaTerminbuchung kombiniert mit Arztbewertungenteilweise einbettbarmehrere Anbindungen, je nach Paketgroße Patientenreichweite über das Bewertungsportal
eTerminservice der KBVTerminvermittlung für gesetzlich Versichertekein eigenes Website-Widget, nur Verlinkungbegrenzt, über Terminservicestellenkostenlos, kein Patientenkonto nötig
DoctenaTerminbuchung, mehrsprachigeinbettbarmehrere PVS-AnbindungenOberfläche in sechs Sprachen

Angaben zu Reichweite, Schnittstellen und Einbindung beruhen auf öffentlich zugänglichen Vergleichen und Herstellerangaben, Stand 5. August 2026. Funktionsumfang und Konditionen ändern sich, prüfen Sie aktuelle Angaben beim jeweiligen Anbieter.

Doctolib

Doctolib ist der bekannteste Anbieter in Deutschland und wirbt mit der größten Reichweite unter Patienten. Die Terminbuchung läuft auf einer externen Doctolib-Seite, eine Einbettung in die eigene Website ist nicht vorgesehen. Die Abrechnung erfolgt pro Behandler, laut Anbieterangabe ab rund 139 Euro im Monat, was die Kosten bei mehreren Ärzten in einer Praxis schnell steigen lässt.

Samedi

Samedi richtet sich an Praxen, die eine tiefe Anbindung an die vorhandene Praxissoftware wollen. Der Anbieter nennt über 40 Schnittstellen zu gängigen Praxisverwaltungssystemen und wirbt mit Serverstandort Deutschland. Das Kalender-Widget lässt sich direkt in die Praxis-Website einbetten, Preise nennt Samedi erst auf Anfrage.

Dr. Flex

Dr. Flex positioniert sich als schlanke, in Deutschland entwickelte Alternative. Der Kalender lässt sich vollständig in die eigene Website einbauen, der Anbieter nennt 23 Schnittstellen zu Praxissoftware und ein monatlich kündbares Modell. Auch hier gilt: Preise erst auf Anfrage.

jameda

jameda ist in erster Linie ein Bewertungsportal und bietet Terminbuchung als Zusatzfunktion an. Der Anbieter nennt rund sieben Millionen Patienten, die monatlich auf der Plattform unterwegs sind. Eine Einbindung in die eigene Website ist teilweise möglich, ein kostenloses Basispaket existiert.

eTerminservice der KBV

Der eTerminservice der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ist für Praxen kostenfrei und braucht auf Patientenseite kein Nutzerkonto. Er deckt nur gesetzlich versicherte Patienten ab, die Fachrichtungsabdeckung ist begrenzt, und ein eigenes Website-Widget bietet er nicht, nur eine Verlinkung.

Doctena

Doctena ist europaweit aktiv und bietet seine Oberfläche in sechs Sprachen an, was für Praxen mit internationalem Patientenklientel relevant sein kann. Die Einbindung in die eigene Website ist möglich, mehrere Anbindungen an Praxisverwaltungssysteme sind verfügbar.

Auf der Suche nach einer Doctolib-Alternative?

Diese Frage stellen sich viele Praxen, die schon einen Anbieter nutzen. Der Grund ist meist der gleiche: Doctolib verweist auf eine externe Seite statt sich einzubetten, und die Abrechnung pro Behandler wird bei wachsender Praxis spürbar teurer. Wer eine Lösung sucht, die direkt in die eigene Website passt, landet in der Praxis fast immer bei Samedi oder Dr. Flex, weil beide vollständig einbettbar sind und nicht zwingend pro Behandler abrechnen. Ein Wechsel bedeutet allerdings immer auch, die Anbindung an die Praxissoftware neu einzurichten und Patienten auf den neuen Weg hinzuweisen, das ist bei der Planung mitzudenken.

Einbindung

Wie ein Anbieter auf die Website kommt.

Technisch gibt es drei Wege, eine Online-Terminbuchung mit der Website der Arztpraxis zu verbinden, dazu die Anbindung an Ihre Praxissoftware als eigenen Punkt. Jeder hat andere Folgen für Ladezeit, Gestaltung und Datenschutz.

Direktlink oder Button

Ein Button führt auf die Buchungsseite des Anbieters. Am einfachsten umzusetzen, ohne Wirkung auf Ladezeit oder Gestaltung der eigenen Seite. Der Patient verlässt dafür die Praxis-Website.

Eingebettetes Widget

Ein Kalender läuft direkt auf der Praxisseite, meist per iFrame oder eigenem Skript des Anbieters. Das Skript lädt bei jedem Seitenaufruf mit und gehört in die Datenschutzerklärung und, je nach Anbieter, in die Einwilligungslösung.

Plugin-Anbindung

Bei WordPress bringen manche Anbieter ein eigenes Plugin mit, das den Kalender als Baustein einfügt. Komfortabel in der Pflege, macht die Seite aber von einem zusätzlichen Plugin abhängig, das regelmäßig aktualisiert werden muss.

Anbindung an die Praxissoftware

Das eigentliche Ziel: gebuchte Termine landen automatisch im echten Praxiskalender. Diese Schnittstelle stellt der Terminbuchungsanbieter zur jeweiligen Praxissoftware bereit, nicht die Website. Ohne sie bleibt jede Online-Buchung eine zweite Liste, die von Hand abgeglichen werden muss.

Pflege

Was nach dem Go-live bleibt.

01

Verfügbarkeiten und Vertretungen

Urlaub, Fortbildung und Krankheitsvertretung müssen im Buchungstool genauso aktuell sein wie im echten Kalender, sonst entstehen Termine, die niemand wahrnehmen kann.

02

Leistungen und Terminarten

Neue Sprechstunden oder geänderte Leistungen brauchen eine passende Terminart im Tool, sonst landen Anfragen in der falschen Kategorie.

03

Vertrag und Kosten

Die meisten Anbieter rechnen pro Behandler oder Standort ab. Ein jährlicher Blick auf Tarif und tatsächliche Nutzung lohnt sich, besonders wenn sich die Praxisgröße ändert.

04

Datenschutzerklärung

Ein Anbieterwechsel oder ein neues eingebundenes Widget ändert, welche Dienste Daten verarbeiten. Die Datenschutzerklärung muss diesen Stand jedes Mal mitziehen.

Einordnung

Was wir empfehlen.

Eine pauschale Empfehlung für die Online-Terminbuchung in der Arztpraxis gibt es nicht, dafür unterscheiden sich Praxisgröße, Fachrichtung und Patientenstruktur zu stark. Als Einstieg reicht in vielen Praxen ein gutes Anfrageformular, das Datum, Uhrzeit-Wunsch und Anliegen abfragt und eine Mail an die Praxis auslöst. Das kostet nichts an laufender Softwaremiete und lässt sich in jede Website einbauen. Erst wenn wirklich viele Anfragen über denselben Kanal laufen, lohnt sich ein eigenes Buchungstool mit Kalenderansicht.

Für Praxen, die ohnehin viel telefonischen Aufwand mit Terminen haben und eine echte Anbindung an die Praxissoftware wollen, sind Samedi und Dr. Flex die naheliegenden Kandidaten, weil sich beide in die eigene Website einbetten lassen. Wer zusätzlich über ein Bewertungsportal sichtbar werden will, ergänzt das um jameda. Doctolib bringt die größte Reichweite mit, verweist dafür auf eine fremde Seite und rechnet pro Behandler ab.

Ein Datenschutz-Test der Stiftung Warentest von 2021, zuletzt im Februar 2024 aktualisiert und vom Virchowbund zusammengefasst, bewertete den eTerminservice der KBV, Dr. Flex und jameda beim Datenschutz am besten. Das ersetzt keine eigene Prüfung, ist aber ein Anhaltspunkt bei der Auswahl.

Wie eine Terminbuchung sauber in eine neue oder bestehende Praxis-Website eingebunden wird, zeigen wir im Abschnitt Terminbuchung auf unserer Seite zur Praxiswebsite.

Bleibt ein Termin trotz Erinnerung leer, stellt sich die Frage nach dem Ausfallhonorar. Was davon durchsetzbar ist und woran es vor Gericht meistens scheitert, steht im Beitrag zum Ausfallhonorar in der Arztpraxis.

Häufige Fragen

Was Praxisinhaber uns fragen.

Was kostet eine Online-Terminbuchung für Arztpraxen?

Das hängt stark vom Anbieter und der Zahl der Behandler ab. Doctolib beginnt laut eigenen Angaben bei rund 139 Euro im Monat pro Behandler, Stand 5. August 2026. jameda bietet eine kostenlose Basisvariante, der eTerminservice der KBV ist für Praxen kostenfrei. Samedi und Dr. Flex nennen ihre Preise erst auf Anfrage.

Was ist eine gute Doctolib-Alternative für kleinere Praxen?

Wer vor allem eine schlanke, einbettbare Lösung ohne Weiterleitung auf eine fremde Seite sucht, schaut sich am ehesten Dr. Flex oder Samedi an. Beide lassen sich direkt in die Praxis-Website einbauen und rechnen nicht zwingend pro Behandler ab wie Doctolib.

Lässt sich jeder Anbieter direkt in die eigene Website einbinden?

Nein. Doctolib verweist auf eine externe Buchungsseite, jameda nur teilweise. Samedi, Dr. Flex und Doctena lassen sich vollständig einbetten.

Muss die Online-Terminbuchung an die Praxissoftware angebunden sein?

Zwingend nötig ist es nicht, sinnvoll fast immer. Ohne Anbindung landen online gebuchte Termine in einem zweiten System, das jemand von Hand mit dem echten Praxiskalender abgleichen muss. Wie wir diese Anbindung in einem Projekt lösen, steht auf Webdesign für Ärzte. Ob Ihre bestehende Seite dafür überhaupt die Grundlage bietet, zeigt der Praxis-Website-Check.

Wer kümmert sich nach dem Go-live um die Pflege der Terminbuchung?

Verfügbarkeiten, Vertretungen und Terminarten pflegt die Praxis selbst, das kann kein externer Dienstleister laufend übernehmen. Die technische Einbindung, die Aktualisierung von Plugins und die Abstimmung mit der Datenschutzerklärung sind Aufgaben, die wir im Rahmen der laufenden Betreuung übernehmen.

Stand: , Robin Reich. Wir prüfen die Angaben laufend und passen sie bei Änderungen an.

Neu dazu

Seit dem 2. August 2026 gelten für Chatbots und Telefonassistenten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Welche davon greift, hängt von der Anwendung und von der Rolle als Anbieter oder Betreiber ab. Wer eine Terminbuchung mit Sprachassistenz plant, findet die Einordnung im Praxis-Update zur KI-Kennzeichnung.

Dieser Beitrag stellt zusammen, wie wir die Anforderungen aus unserer Projektpraxis verstehen und in unseren Projekten umsetzen. Er ist eine Orientierung und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Anbieterangaben, Funktionsumfang und Preise ändern sich laufend, bitte prüfen Sie sie vor einer Entscheidung beim jeweiligen Anbieter.
Nächster Schritt

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