Wissen · Gründung

Praxisgründung, Schritt für Schritt zur eigenen Praxis.

Eine Praxis zu gründen ist vor allem eine Frage der Reihenfolge. Wir zeigen die wichtigsten Stationen von der Zulassung bis zum ersten Sprechtag und worauf es dabei ankommt, damit am Eröffnungstag alles steht. Das ist eine Orientierung aus unserer Projektpraxis, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

Zulassung
Der formale Rahmen

Bedarfsplanung und KV entscheiden, wo und wie Sie starten können.

Aufbau
Standort, Geld, Technik

Die Bausteine, die zeitlich zusammenpassen müssen.

Start
Sichtbar ab Tag eins
Ausgangslage

Praxisgründung: warum die Reihenfolge über den Start entscheidet.

Bei einer Gründung hängt vieles voneinander ab. Wer die Schritte in der falschen Reihenfolge angeht, verliert Zeit und Geld. Drei Punkte sind dabei entscheidend.

01

Zulassung braucht Vorlauf

Ob und wo Sie sich niederlassen können, hängt von der Bedarfsplanung und vom Zulassungsausschuss ab. Das kostet Zeit.

02

Vieles hängt voneinander ab

Finanzierung braucht einen Businessplan, die Ausstattung braucht den Standort, die Technik braucht die Softwareentscheidung.

03

Der erste Tag kommt schnell

Personal, Technik und Sichtbarkeit müssen zum Eröffnungstermin stehen, nicht erst danach.

Zulassung

Zulassung und die richtige Form.

Kassenzulassung und Bedarfsplanung

Für die vertragsärztliche Tätigkeit brauchen Sie eine Zulassung. Ob ein Planungsbereich offen oder gesperrt ist, ergibt sich aus der Bedarfsplanung. Über die Zulassung entscheidet der Zulassungsausschuss. Die zuständige Kassenärztliche Vereinigung ist hier die erste Anlaufstelle.

Neugründung, Übernahme oder Einstieg

In gesperrten Gebieten führt der Weg meist über die Übernahme eines bestehenden Sitzes oder den Einstieg in eine Gemeinschaftspraxis. Eine echte Neugründung ist vor allem dort möglich, wo noch Bedarf besteht. Beides hat eigene Vor- und Nachteile bei Patientenstamm, Ausstattung und Kosten.

Einzelpraxis, Berufsausübungsgemeinschaft oder MVZ

Die Form bestimmt Haftung, Investition und Alltag. Die Einzelpraxis gibt volle Freiheit und volles Risiko, die Gemeinschaft teilt beides, das MVZ bringt andere Strukturen mit. Diese Entscheidung fällt früh, weil vieles darauf aufbaut.

Standort und Geld

Standort und Finanzierung.

Standort mit Bedacht wählen

Erreichbarkeit, Parkmöglichkeiten, Barrierefreiheit und das Umfeld entscheiden mit über den Zulauf. Ein guter Standort gleicht später vieles aus, ein schlechter lässt sich kaum korrigieren.

Businessplan und Finanzierung

Ein belastbarer Businessplan ist die Grundlage für das Bankgespräch. Er beziffert Investition, laufende Kosten und die erwartete Entwicklung. Je konkreter er ist, desto leichter fällt die Finanzierungszusage.

Kosten realistisch ansetzen

Neben Räumen und Geräten fallen Kosten für IT, Software, Personal, Anmeldung und den Marktauftritt an. Wer diese Posten von Anfang an einplant, vermeidet Lücken kurz vor der Eröffnung.

Technik

Ausstattung, IT und Software.

Praxissoftware früh festlegen

Die Wahl des Praxisverwaltungssystems wirkt auf fast alles: Terminplanung, Dokumentation, Abrechnung und später die Frage, ob eine Online-Terminbuchung sinnvoll angebunden werden kann. Deshalb gehört diese Entscheidung nach vorne, nicht ans Ende.

IT und Datenschutz von Beginn an

Netzwerk, Geräte und Datensicherung sollten zusammenpassen und die Anforderungen an den Schutz von Gesundheitsdaten erfüllen. Was dabei auch für die Website gilt, haben wir im Beitrag zu den rechtlichen Vorgaben zusammengefasst.

Geräte und Einrichtung

Medizinische Geräte, Mobiliar und Verbrauchsmaterial haben Lieferzeiten. Wer früh bestellt, riskiert nicht, dass am Eröffnungstag etwas Wichtiges fehlt.

Team und Abläufe

Team und Abläufe aufbauen.

Personal rechtzeitig suchen

Gutes Praxispersonal ist knapp und hat Kündigungsfristen. Die Suche gehört zu den Dingen, die man am besten früh beginnt, damit das Team zur Eröffnung eingearbeitet ist.

Abläufe vor dem Start festlegen

Wer die wichtigsten Abläufe vor dem ersten Tag festhält, startet ruhiger. Wie sich eine Praxis von Beginn an schlank organisieren lässt, zeigen wir im Beitrag zur Praxisorganisation.

Anmeldung bei den Stellen

Von der Kassenärztlichen Vereinigung über die Ärztekammer bis zu Versicherungen und Behörden gibt es eine Reihe von Anmeldungen. Eine einfache Liste mit Fristen verhindert, dass kurz vor dem Start etwas untergeht.

Sichtbarkeit

Am Eröffnungstag gefunden werden.

Neue Patienten suchen zuerst online. Wer am ersten Tag nicht auffindbar ist, verschenkt genau die Aufmerksamkeit, die eine Neugründung am dringendsten braucht.

Website vor der Eröffnung online

Sprechzeiten, Leistungen, Anfahrt und Kontakt gehören rechtzeitig vor dem Start ins Netz, nicht erst danach. So finden die ersten Patienten die Praxis genau dann, wenn sie öffnet.

Eintrag in Karten und Verzeichnissen

Ein gepflegter Karteneintrag und die wichtigsten Verzeichnisse sorgen dafür, dass die Praxis in der Umgebungssuche auftaucht. Das kostet wenig und wirkt vom ersten Tag an.

Unser Ansatz

Die Website, die zur Eröffnung steht.

Wir kommen aus den Abläufen einer Praxis, nicht aus der Werbung. Bei einer Gründung sorgen wir dafür, dass die Praxis am ersten Tag auffindbar ist und die Website vom Start weg mitarbeitet.

Fertig zum Eröffnungstag

Wir planen die Umsetzung so, dass die Seite steht, wenn die Praxis öffnet, in der Regel in drei bis vier Wochen.

Auffindbar von Anfang an

Struktur, Inhalte und lokale Sichtbarkeit legen wir so an, dass neue Patienten die Praxis gleich finden.

Rechtliche Anforderungen von Beginn an

Pflichtangaben, Einwilligungen und Datenschutz sind von Beginn an eingeplant, nicht nachträglich geflickt.

Aus einer Hand

Design, Technik und Ablauf kommen von einer Ansprechperson, das spart Ihnen in der ohnehin vollen Gründungsphase Zeit.

Wie wir die Website zur Gründung aufbauen, zeigen wir auf der Seite Website für Praxisgründung. Was bis zum ersten Tag stehen sollte, können Sie mit unserer Checkliste zur Praxiseröffnung Schritt für Schritt prüfen. Wer den Ablauf lieber verbindlich auf den eigenen Eröffnungstermin gerechnet haben möchte, findet das im Praxisstart-Fahrplan, der den Ablauf rückwärts von Ihrem Eröffnungstermin plant.

Häufige Fragen

Was Gründer uns zur Praxisgründung häufig fragen.

Wie lange dauert eine Praxisgründung?

Von der ersten Planung bis zur Eröffnung vergehen üblicherweise mehrere Monate bis über ein Jahr. Den Takt geben meist die Zulassung und die Finanzierung vor, nicht der Innenausbau. Wer früh mit einer Zeitachse arbeitet, kommt ruhiger ans Ziel.

Brauche ich für die Gründung eine Kassenzulassung?

Für die vertragsärztliche Versorgung ja. Ob in Ihrem Wunschgebiet eine Zulassung möglich ist, hängt von der Bedarfsplanung ab. Rein privatärztlich ist eine Niederlassung auch ohne Kassenzulassung möglich, mit anderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Neugründung oder Praxisübernahme, was ist einfacher?

Eine Übernahme bringt Patientenstamm, Ausstattung und einen Sitz mit, dafür übernehmen Sie auch Bestehendes. Eine Neugründung gibt mehr Gestaltungsfreiheit, verlangt aber mehr Aufbau. In gesperrten Gebieten ist die Übernahme oft der einzige Weg.

Wann sollte die Website stehen?

Vor der Eröffnung. Neue Patienten suchen online, und der Start ist der Moment mit der meisten Aufmerksamkeit. Wir planen die Umsetzung so, dass die Seite zum ersten Sprechtag online ist.

Welche Rolle spielt die Praxissoftware bei der Gründung?

Eine große. Die Software bestimmt Terminplanung, Dokumentation und Abrechnung und entscheidet mit, ob eine Online-Terminbuchung später sinnvoll angebunden werden kann. Deshalb sollte die Wahl früh fallen.

Alle Beiträge im Überblick

Neu dazu

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat Durchschnittswerte je Arztgruppe zu den geplanten Einsparungen vorgelegt. Was das für die Wirtschaftsplanung einer neuen Praxis bedeutet, steht im Praxis-Update zur KBV-Sparliste. Für die elektronische Patientenakte läuft die gesonderte Vergütung der Erstbefüllung nach Angaben der KBV bis zum Jahresende 2026 weiter, dazu unser Praxis-Update zur ePA.

Stand: · Verfasst von Robin Reich · Wir prüfen diesen Beitrag laufend auf neue Rechtsprechung und Gesetzesänderungen.

Dieser Beitrag stellt zusammen, wie wir eine Praxisgründung aus unserer Projektpraxis verstehen und begleiten. Er ist eine Orientierung und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an die zuständigen Stellen, etwa Ihre Kassenärztliche Vereinigung, Ärztekammer, einen auf Heilberufe spezialisierten Steuerberater oder Ihre Bank.
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