Praxis-Update · Sichtbarkeit und Werbung

Google ändert am 17. August die Gebotslogik.

Praxen, die Google Ads zur Patientengewinnung nutzen, sollten sich dieses Datum notieren. Kampagnen mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS und begrenztem Budget werden danach anders gesteuert. Wer seine Zielwerte nie angepasst hat, zahlt möglicherweise mehr pro Anfrage.

DringlichkeitHoch bis 17. August
BetrifftPraxen mit Google Ads
Veröffentlicht9. August 2026
Aktualisiert12. August 2026

Vorweg, damit niemand unnötig liest: Dieser Beitrag betrifft ausschließlich Praxen mit laufenden Google-Ads-Kampagnen, die mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS arbeiten und deren Tagesbudget regelmäßig ausgeschöpft wird. Für alle anderen ist das Thema ohne Bedeutung.

Was sich technisch verschiebt.

Bei budgetbegrenzten Kampagnen kaufte Google bisher häufig günstiger ein, als der eingestellte Ziel-CPA vorgab. Viele Werbetreibende haben ihren Zielwert deshalb nie nachjustiert, weil das Ergebnis ohnehin besser war als die Vorgabe.

Künftig steuert Google konsequenter auf den exakt eingestellten Wert zu. Für Kampagnen mit unrealistisch niedrigem Zielwert kann das zu weniger Ausspielung führen. Für Kampagnen mit zu hohem Zielwert kann es effektiv teurer werden. Google stellt seit Anfang Juli ein Werkzeug bereit, mit dem sich betroffene Kampagnen vorab prüfen lassen.

Zur Einordnung der Aktualität: Die Ankündigung selbst stammt aus dem Frühsommer. Wir greifen sie jetzt auf, weil der Stichtag ansteht, nicht weil es eine neue Meldung wäre.

Warum das für Praxen ins Geld geht.

Google Ads spielt vor allem im Selbstzahlerbereich eine Rolle, also bei Zahnarztpraxen mit Implantologie- oder Alignerangeboten, bei Kieferorthopäden und bei ästhetisch ausgerichteten Praxen. In diesen Bereichen liegen die Kosten pro Anfrage ohnehin auf einem Niveau, bei dem eine Verschiebung um 20 oder 30 Prozent spürbar ist.

Der unangenehme Teil daran: Wenn eine Kampagne bisher unbemerkt effizienter lief als eingestellt und diese Effizienz wegfällt, verändert sich die Wirtschaftlichkeit, ohne dass in der Praxis jemand etwas verändert hätte.

Was Sie im Konto nachsehen.

Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Kampagnen überhaupt betroffen sind. Das ist nur bei Ziel-CPA oder Ziel-ROAS in Kombination mit einem regelmäßig ausgeschöpften Budget der Fall.

Falls ja, vergleichen Sie den tatsächlich erreichten Wert der vergangenen Monate mit dem eingestellten Zielwert. Liegt der tatsächliche Wert deutlich unter dem Ziel, ist eine Anpassung nach unten sinnvoll, damit die bisherige Effizienz abgebildet wird. Wenn eine Agentur Ihre Kampagnen betreut, ist das ein guter Anlass für eine kurze Rückfrage.

Einordnung Zur erfolgreichen Praxis

Wer nur mietet, ist jedes Mal betroffen.

Solche Umstellungen sind ein wiederkehrendes Muster bei bezahlter Werbung. Die Plattform dreht an einer Stellschraube, und die Wirtschaftlichkeit einer Kampagne verschiebt sich, ohne dass die Praxis darauf Einfluss hat.

Das ist kein Argument gegen Google Ads. Bezahlte Werbung hat ihre Berechtigung, gerade wenn kurzfristig Anfragen gebraucht werden, etwa nach einer Praxisgründung. Es ist ein Argument dagegen, sich ausschließlich darauf zu stützen.

Eine Praxis, die organisch für ihre relevanten Suchbegriffe und im lokalen Umfeld gut sichtbar ist, spürt solche Umstellungen deutlich weniger. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Kosten pro Anfrage stetig steigen, lohnt der Blick darauf, welchen Anteil die organische Sichtbarkeit an Ihren Neupatientenanfragen hat. Wie wir daran arbeiten, steht unter SEO für Ärzte.

Was Sie jetzt prüfen sollten

Fünf Schritte vor dem 17. August.

  • Prüfen Sie, ob Ihre Kampagnen Ziel-CPA oder Ziel-ROAS mit begrenztem Budget nutzen.
  • Vergleichen Sie den tatsächlich erreichten Wert der vergangenen Monate mit dem eingestellten Zielwert.
  • Passen Sie den Zielwert vor dem 17. August auf ein realistisches Niveau an.
  • Fragen Sie bei einer betreuenden Agentur nach, ob die Umstellung berücksichtigt wurde.
  • Halten Sie fest, welchen Anteil bezahlte Werbung an Ihren Neupatientenanfragen hat.
Nächster Schritt

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Quellen

Praxis-Update vom 9. August 2026, zuletzt aktualisiert am 12. August 2026. Redaktion: Robin Reich. Wir aktualisieren diesen Beitrag nach dem 17. August, sobald sich die Auswirkungen der Umstellung beurteilen lassen.

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