Konnektor-Update bis 30. September: ab Oktober kommen Karten, die nur noch ECC sprechen.
Ab dem 1. Oktober geben die Krankenkassen die ersten elektronischen Gesundheitskarten aus, die ausschließlich mit dem Verschlüsselungsverfahren ECC arbeiten. Ein Konnektor ohne die Produktversion PTV6 kann diese Karten nicht sicher verarbeiten. Die gematik nennt den 30. September als Frist, die KBV rät, das Update jetzt zu prüfen. Wer es bereits eingespielt hat, braucht fünf Minuten für die Kontrolle. Wer nicht, sollte diese Woche seinen Dienstleister anrufen.
Hinter der Meldung steht ein Umbau, der seit Jahren läuft und für Praxen bislang weitgehend unsichtbar war. Die Telematikinfrastruktur stellt ihre Verschlüsselung von RSA auf ECC um, weil das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik RSA mit 2048 Bit nicht mehr als ausreichend einstuft. Konnektoren, Praxisausweise, Heilberufsausweise, Gerätekarten und Gesundheitskarten wurden dafür nach und nach ausgetauscht oder aktualisiert. Die meisten Praxen haben davon nur die Konnektortausch-Welle zum Jahreswechsel bemerkt.
Der 1. Oktober ist der erste Termin, an dem diese Umstellung an der Anmeldung ankommt. Bisher tragen Gesundheitskarten beide Verfahren, RSA und ECC, und ein älterer Konnektor konnte auf RSA ausweichen. Die neuen Karten haben diesen Rückfallweg nicht mehr. Steckt eine solche Karte im Terminal, muss der Konnektor ECC beherrschen. Genau das erzwingt die Produktversion PTV6.
Was passiert, wenn das Update fehlt.
Die gematik spricht von erheblichen Problemen beim Verbindungsaufbau. Im Praxisalltag heißt das: Die Karte lässt sich nicht einlesen, der Versichertenstammdatenabgleich scheitert, und die Anmeldung landet beim Ersatzverfahren auf Papier. Es trifft nicht alle Patienten auf einmal, sondern zuerst diejenigen, die im Oktober eine neue Karte bekommen haben. Das macht den Fehler tückisch. Er sieht wochenlang aus wie ein Einzelfall am Terminal, bis die Zahl der betroffenen Karten wächst.
Nach Angaben der KBV hat die Mehrheit der Praxen das Update bereits installiert. Bei vielen Herstellern lief es automatisch über den Dienstleister. Ob das auch für Ihre Praxis gilt, wissen Sie erst, wenn Sie nachgesehen haben.
Woran Sie erkennen, ob Sie betroffen sind.
Die Versionsnummer steht in der Verwaltungsoberfläche des Konnektors oder im TI-Bereich Ihres Praxisverwaltungssystems. Die Produktversion PTV6 entspricht bei den meisten Herstellern einer Firmware der Generation 6. Die Hersteller haben ihre Versionen im Laufe des Sommers bereitgestellt. Wer eine 5 vorn stehen sieht, sollte den Dienstleister kontaktieren.
Zwei Gruppen können sich das sparen. Wer die Telematikinfrastruktur über ein TI-Gateway oder einen Highspeed-Konnektor eines Anbieters nutzt, muss nichts tun, dort hält der Anbieter die Geräte aktuell. Und wer seinen Konnektor erst zum Jahreswechsel 2025/26 getauscht hat, hat in aller Regel ein Gerät bekommen, das ECC von Haus aus beherrscht, sollte die Version aber trotzdem einmal ansehen.
Technik fällt an dem Tag aus, an dem niemand hinsieht.
Der Satz der KBV, die Technik der Praxis grundsätzlich aktuell zu halten, klingt wie eine Floskel. Er beschreibt aber genau das Muster, das wir in Praxen immer wieder sehen: Ein System wird einmal eingerichtet, läuft jahrelang, und niemand fühlt sich dafür zuständig, bis es an einem Montagmorgen nicht mehr läuft. Beim Konnektor ist der Dienstleister der Adressat. Bei der Praxis-Website ist es oft niemand.
Dort ist das Muster dasselbe. Ein Sicherheitszertifikat läuft ab, eine WordPress-Version bleibt drei Jahre stehen, ein Kontaktformular sendet seit Monaten ins Leere. Von den vierzig Leipziger Praxis-Websites, die wir im August geprüft haben, lief eine ohne verschlüsselte Verbindung, mehrere auf Software, die seit Jahren keine Aktualisierung gesehen hat. Keine dieser Praxen hat das bemerkt, weil die Seite ja aufgeht. Was wir daraus gemacht haben, steht im Beitrag zur digitalen Praxisorganisation, und wie sich Pflege sauber vom Projekt trennt, im Überblick zu den Kosten einer Praxis-Website.
Fünf Minuten am Konnektor.
- Versionsnummer des Konnektors nachsehen, in der Konnektor-Verwaltung oder im TI-Bereich des Praxisverwaltungssystems. Steht dort PTV6 oder eine Version 6, ist der Punkt erledigt.
- Steht eine ältere Version, noch diese Woche den IT-Dienstleister oder Softwarehersteller beauftragen. Nach dem 30. September wird es eng mit Terminen.
- Beim selben Anruf klären, ob die Gerätekarten der Kartenterminals bereits ECC-fähig sind. Frist dafür ist der 31. Dezember 2026.
- Nach dem Update einen Testlauf machen: Karte einlesen, Versichertenstammdatenabgleich, eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung versenden.
- Am Empfang festhalten, an wen sich das Team wendet, wenn ab Oktober eine Karte nicht gelesen wird. Ein Zettel am Terminal reicht.
Ob die Website Ihrer Praxis dieselbe Sorgfalt bekommt wie der Konnektor, zeigt der Praxis-Website-Check. Er prüft unter anderem Verschlüsselung, Softwarestand und die Frage, ob Anfragen überhaupt ankommen. Wie eine Seite aussieht, die von Anfang an gepflegt wird, steht unter Webdesign für Ärzte.
Sprechen wir über die Technik hinter Ihrer Website.
30 Minuten, kostenlos und unverbindlich. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob Ihre Website gepflegt werden muss oder ob sie so, wie sie ist, noch Jahre trägt.
- Die Meldung. Kassenärztliche Bundesvereinigung, Praxisnachricht vom 27. August 2026: Konnektoren, Update bis 30. September einspielen. kbv.de
- Der Hintergrund. gematik, Umstellung von RSA auf ECC in der Telematikinfrastruktur, mit Zeitplan und Komponentenübersicht. gematik.de
- Beispiel eines Herstellers. CompuGroup Medical, Informationen zum RSA-Zertifikatsablauf, PTV6-Upgrade für die KoCoBox und Fristverlängerung für gSMC-KT bis 31. Dezember 2026. cgm.com
Praxis-Update vom . Redaktion: Robin Reich. Dieser Beitrag gibt den Stand zum genannten Datum wieder. Versionsnummern und Abläufe unterscheiden sich je nach Hersteller, maßgeblich sind die Angaben Ihres Konnektorherstellers und Ihres IT-Dienstleisters. Der Beitrag ersetzt keine technische Prüfung vor Ort.